31 JAN 2024
Das #Kanzleimarketing steht vor einer Automatisierungswelle
LegalTech ist in vielen Wirtschaftskanzleien Standard. Nun geht es an die Automatisierung von Marketing- und Neugeschäftsprozessen. Die ist bitter nötig, denn mit analoger Technik verlieren Kanzleien Jahr um Jahr viel Geld: Bis zu 100.000 Euro an nicht verrechenbare Stunden kosten veraltete, analoge Prozesse eine Kanzlei mit 20 Berufsträgern.
"Zeit ist Geld: In der Rechtsbranche, wo jede Stunde in Honorare umgewandelt wird, ist die Automatisierung von Marketingprozessen nicht nur nötig, sondern ein entscheidender Faktor für finanziellen Erfolg."
Wenn sich die Finanzmärkte seitwärts bewegen und hochprofitable M&A-Mandate nicht mehr so zahlreich vergeben werden wie noch vor kurzer Zeit, müssen auch Wirtschaftskanzleien sich darum bemühen, neue Geschäftsfelder zu erschließen und dafür die eigenen Stärken zu nutzen. Doch dafür müsste man sie zuerst genau kennen. Im Wissensmanagement agieren die meisten Sozietäten wie ein Eichhörnchen – es sammelt den Sommer über Futter, versteckt es an zahlreichen Stellen, um es im Winter dann oft nicht mehr zu finden.
Kanzleien sind zweifelsohne gut darin, ihr Wissen zu dokumentieren. Nur mit der schnellen Verfügbarkeit hapert es meist. Unzählige Excel-Sheets, gespeichert in zahlreichen Ordnern, die im Ernstfall zwar per Mausklick aber letzten Endes händisch durchgesehen werden müssen: Das ist der Alltag, wenn eine Kanzlei um ein neues Mandat pitched oder die alljährlichen Submissions für die Kanzleihandbücher von Juve, Chambers oder Legal 500 zusammenstellen muss.
Der Zeitbedarf hierfür ist immens, und in der Regel bleibt zu wenig Raum für wichtige Kernaussagen, Statements, die sich sofort beim Adressaten festsetzen und Fakten, die im Pitch zur Mandatsvergabe oder im Handbuch zu einer höheren Bewertung führen.
Die Grundregel für jede Anwaltskanzlei ist simpel und klar: Die wertvolle Zeit der Partner sollte sich auf das Kerngeschäft und die wesentlichen Aspekte konzentrieren. Alles andere? Sollte so gestaltet werden, dass eine Automatisierung möglich und sinnvoll ist, während gleichzeitig den Support-Teams ein effizientes Arbeiten ermöglicht wird.
Denn auch die Kosten auf der Personalseite sind nicht zu unterschätzen: Viele talentierte BD-Leute verlassen die Kanzlei oft schon nach kurzer Verweildauer, weil sie von der Monotonie ihrer Tätigkeit enttäuscht sind und ihre eigentlichen Talente nicht voll entfalten können.
Durch den gezielten Einsatz von Technologie im Bereich Marketing und Business Development könnten Kanzleien wesentlich effizienter agieren und ihre Profitabilität steigern.
"Durch Automatisierung können Kanzleien bis zu 70% der Zeit für Submissions und Pitches einsparen, was nicht nur Kosten reduziert, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit und Mitarbeiterzufriedenheit erheblich steigert."
Die neue Technik bringt den Kanzleien damit greifbare Wettbewerbsvorteile. Auch die Personalprobleme, die bei Kanzleien im Marketing mittlerweile gravierend sind, kann sie lösen. Die automatisierten Prozesse verschaffen den Marketing-Experten die Freiräume, die sie benötigen, um das Geschäft ihrer Sozietät strategisch weiterzuentwickeln.
Digitalisierte Prozesse können die Wettbewerbsfähigkeit an allen drei Fronten – Kosten, Personal, Neugeschäft – erheblich steigern. 70% Zeitersparnis für einen Pitch entlasten zudem auch die Stundenkonten der involvierten Partner. Nur ein Beispiel: Wenn Einzelinformationen in Lebensläufen von Anwälten und Anwältinnen nur einmal abgespeichert werden müssen, um dann in allen sie betreffenden Dateien synchronisiert zu werden, spart das nicht nur Zeit, sondern es erhöht auch die Validität der hinterlegten Informationen.
Die Jobs in BD und Marketing werden attraktiver, sie ziehen hochtalentierte Bewerber und Bewerberinnen an, die sich bislang nicht für die Kanzleibranche begeistern ließen.
In Österreich sind die Entwicklungen auf diesem Gebiet bereits fortgeschrittener als in Deutschland: Führende österreichische Wirtschaftskanzleien haben ihre digitalen Marketing-Prozesse bereits auf Lawrence umgestellt. Diese Software entstand durch Fachleute, die sich aus eigener Praxis im Kanzleiwesen bestens auskennen. Die Kanzleien Schoenherr Attorneys at Law und BINDER GRÖSSWANG Rechtsanwälte GmbH trugen als Pioniernutzer von Anfang an mit essenziellen Rückmeldungen zur Optimierung bei.
Sind Technologien die Lösung für alle Herausforderungen? Gewiss nicht. Aber sie haben das Potenzial, den täglichen Ablauf bedeutend zu vereinfachen. Für Kanzleien bedeutet dies die Chance, ihre Ertragskraft dauerhaft zu verbessern.
Gina-Maria Tondolo ist Gründerin und Geschäftsführerin von Lawrence, dem führenden Anbieter von Marketing- und BD-Software für Kanzleien.